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Therapie   [Behandlungsansätze]
Die Prostata

Nach den Therapie-Leitlinien der Deutschen Urologen wird bei milder Symptomatik - vor Einleitung einer medikamentösen Behandlung - ein so genanntes "Kontrolliertes Zuwarten" mit regelmäßigen halbjährlichen Kontrollen empfohlen.

Selbst ist der Mann

Statt abzuwarten, sollten und können die Männer selbst einiges für ihre Prostata tun. Angefangen bei der Ernährung: denn ähnlich wie bei Herz-Kreislauf- und Krebserkrankungen profitieren Südeuropäer und Asiaten auch im Hinblick auf Prostatavergrößerung und Prostatakrebs von ihrer ballaststoffreichen und fettarmen Kost. Ihr positiver Einfluss auf die Prostata wird vor allem den sog. Phytoöstrogenen zugeschrieben. Sie konkurrieren mit dem körpereigenen Östrogen, entfalten aber nur ca. 0,1% seiner Wirkung. Entsprechend reduziert eine höhere Aufnahme dieser bioaktiven Pflanzenstoffe effektiv den beim alternden Mann vom Östrogen ausgehenden Wachstumsreiz auf die Prostata.
Praktische Tipps dazu, was Man(n) im "Wechsel der Jahre" selbst für seine Prostata tun kann, lesen Sie bitte in unserem Ratgebern "Männer wollen es wissen" und "Die Prostata: Erkrankungen und ihre Behandlung".

Phytotherapie

Begleitend zur Ernährungsumstellung kann die Einnahme von pflanzlichen Wirkstoffen mit phytoöstrogener Wirkung sinnvoll sein. Insbesondere für Beta-Sitosterin - dem Hauptbestandteil des Pflanzenstoffgemischs in Harzol® - konnten speziell phytoöstrogene, also wachstums- hemmende, Wirkungen auf die Prostata nachgewiesen werden.

Vor allem in Deutschland - zunehmend auch international - haben sich Phytotherapeutika bei milden bis mittelschweren Beschwerden durchgesetzt. Sie verschaffen spürbare Beschwerde- linderung und können dem fortschreitenden Krankheitsprozess effektiv entgegenwirken. Dabei erfüllt Phytosterol unter allen Pflanzenwirkstoffen die Kriterien der modernen (evidenz-basierten) Medizin am besten. Als Therapeutikum ist Harzol® deshalb in jeder Apotheke ohne Rezept erhältlich.

Bei schwererer Symptomatik werden dagegen synthetische Präparate eingesetzt. Im Vordergrund stehen dabei zwei Medikamentengruppen, die so genannten Alpha-Blocker und die 5-alpha-Reduktase-Hemmer.

Alpha-Blocker

Die so genannten Alpha-Blocker (genauer: Alpha-1-Rezeptorenblocker) senken die Muskel- spannung in der Prostata und am Blasenhals. Damit verringern sie den Fließwiderstand in der Prostata und führen zu einer deutlichen Linderung der Beschwerden.
Heute ist eine ganze Reihe von Alpha-Blockern verfügbar. Die älteren Präparate wurden allerdings noch primär für die Therapie des Blutdrucks entwickelt - auch dort spielen Alpha-Rezeptoren eine Rolle. Diese Präparate werden von typischen Nebenwirkungen wie Schwindel, Kopfschmerz und Blutdruckabfall begleitet. Moderne Alpha-Blocker wirken dagegen bevorzugt im Urogenitalsystem und sind besser verträglich. Auf Basis der vorliegenden wissenschaftlichen Studien und der praktischen Erfahrungen wird heute bevorzugt der Wirkstoff Tamsulosin eingesetzt.

5-alpha-Reduktase-Hemmer

Ein anderes Wirkprinzip wird mit den so genannten 5-alpha-Reduktase-Hemmern verfolgt. Diese Präparate greifen in den Stoffwechsel der männlichen Geschlechtshormone ein: Das Enzym 5-alpha-Reduktase wandelt Testosteron in der Prostata in Dihydrotestosteron um. Hemmstoffe dieses Enzyms - also 5-alpha-Reduktase-Hemmer - bewirken eine Verkleinerung der Prostata. Damit wiederum verbessert sich der Harnfluss und die Beschwerden werden gelindert. Die Wirkungen dieser Medikamentengruppe treten in der Regel erst langsam ein und sind individuell unterschiedlich.

Operationen

Gelingt es nicht, die benigne Prostatahyperplasie mit Medikamenten zufrieden stellend zu behandeln, bleibt die chirurgische Alternative. Dabei wird meist das Verfahren der so genannten Transurethralen Prostataresektion (TUR-P) eingesetzt. Der Arzt schneidet dabei mit Hilfe eines Operationsblasenspiegels, der durch die Harnröhre bis zur Prostata vorgeschoben wird, Prostatagewebe heraus, das dann über den Schaft des Instrumentes ausgeführt wird.

Darüber hinaus gibt es eine Reihe neuerer Verfahren, die das Prostatagewebe mit Hilfe von Hitze entfernen. Diese Techniken, sie werden auch als "minimal invasive" Verfahren bezeichnet, sind schonender als die klassische Operation. Allerdings fehlen Langzeit- untersuchungen, so dass noch nicht sicher ist, ob sie auf Dauer ebenso erfolgreich sind wie die klassischen Eingriffe. Bei der Transurethrale Nadelablation der Prostata (TUNA) wird z.B. eine Sonde mit zwei dünnen Nadelelektroden in die Prostata eingeführt. Zwischen diesen Nadeln fließt ein Hochfrequenzstrom, der das überschüssige Prostatagewebe zum Schrumpfen bringt.

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