Therapie und Vorbeugung bei einer Erektionsstörung

Die Behandlung erektiler Dysfunktionen richtet sich in Art und Dauer natürlich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und den persönlichen Umständen des Betroffenen.

Medikamentöse Therapie

Seitdem es Wirkstoffe gibt, die nachweislich einen positiven Einfluss auf Impotenz haben, hat sich die Therapie bei erektiler Dysfunktion deutlich verändert. So wird inzwischen nach ausführlicher Diagnose sehr häufig mit Medikamenten, sogenannten Phosphodiesterasehemmern therapiert.

Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil

Sildenafil (Viagra), Tadalafil (Cialis) und Vardenafil (Levitra) sind sogenannte Phosphodiesterasehemmern, hemmen bestimmte Enzyme im Corpus cavernosum, somit kann die glatte Gefäßmuskulatur entspannen. Das sorgt für eine verstärkte Blutzufuhr im Corpus cavernosum, dem Schwellkörper. Trotz an sich gleichem Wirkungsmechanismus der Phosphodiesterasehemmer gibt es Unterschiede zwischen den Wirkstoffen Sildenafil, Tadalafil und Vardenafil bezüglich Wirkpotenz, Wirkungseintritt und Wirkdauer. Die stärkste und am längsten andauernde Wirkung verzeichnet Vardenafil. Alle Wirkstoffe sind rezeptpflichtig, Sildenafil ist inzwischen auch als Generikum zu erhalten.

SKAT und M.U.S.E

40039Wenn Tabletten keinen Erfolg erzielen gibt es noch weitere Medikamente, die eine erektile Dysfunktion behandeln können.

Bei der Schwellkörperautoinjektionstherapie SKAT wird Alprostadil direkt vom Betroffenen in die Unterseite des Penis gespritzt. Auch dieser Wirkstoff sorgt für eine Erschlaffung der glatten Muskulatur im Schwellkörper, was zu einem Einstrom des Blutes in die Schwellkörper führt. Inzwischen sind die Nadeln sehr dünn, sodass die Injektionen nicht mehr so schmerzhaft sind.

Bei der Methode M.U.S.E, Medicated Urethral System for Erection der Wirkstoff Alprostadil nicht direkt in die Schwellkörper gespritzt, sondern über einen speziellen Applikator in die Harnröhre eingebracht, wodurch die Dosierung niedriger sein kann. Allerdings ist die Wirksamkeit auch nicht so gut wie bei der SKAT-Methode.

Weitere Therapie-Möglichkeiten

Neben medikamentöser Behandlung, die heutzutage immer die erste Option bei erektiler Dysfunktion ist, gibt es mechanische Möglichkeiten wie die Vakuumpumpe, mit der ein Unterdruck erzeugt wird. Dadurch wird Blut in den Penis gesaugt und mit einem Penisring wird verhindert, dass das Blut zu schnell aus den Schwellkörpern abfließt.

Die Möglichkeit einer Penisprothese ist ein endgültiges Verfahren, das nur angewendet wird, wenn alle anderen Methoden keinen Erfolg bringen. Mit arteriellen oder venösen Operationen wird versucht, Durchblutungsstörungen zu beheben. Allerdings sind die Ergebnisse oft nicht sehr erfolgreich oder bringen nur vorübergehend positive Ergebnisse.

Bei psychisch bedingter Impotenz kann eine psychologische Beratung oder eine Psychotherapie mögliche Blockaden lösen und vor allem auch die Belastung, die sich bei länger andauernder Potenzprobleme oder Unfruchtbarkeit ergeben, lösen helfen.

Auch eine Umstellung der Lebensweise kann positive Ergebnisse erzielen

Nicht zu unterschätzen sind negative Umwelteinflüsse, die zu erektiler Dysfunktion führen können. So kann eine Umstellung der Lebensweise manchmal bereits ausreichen, um Erektionsstörungen und Unfruchtbarkeit abzustellen. Gewichtsreduktion, weniger Alkohol und Nikotin sowie mehr Bewegung sind nicht nur gesund, sie können auch die Erektionsfähigkeit verbessern.

Vorbeugen

Eine wichtige vorbeugende Maßnahme zur Verhinderung von erektilen Dysfunktionen ist die regelmäßige Untersuchung. Damit ist nicht allein die regelmäßige urologische Untersuchung gemeint. Werden Krankheiten frühzeitig erkannt, können Störungen der Erektion oft vermieden werden, denn sie können Anzeichen einer anders gelagerten Krankheit sein.

Weiterhin kann die Prävention aus der Vermeidung von Risikofaktoren, einer gesunden Lebensweise und dem Erhalt einer ehrlichen und offenen Kommunikation zum Partner bestehen. Im Einzelnen bedeutet das, wer sich regelmäßig sportlich betätigt, ausgewogen ernährt, auf psychisches Wohlbefinden und eine gute Beziehung zum Partner achtet, leidet weitaus weniger häufig an erektilen Dysfunktionen.