Häufige Fragen zur Prostata

Gibt es typische Symptome für eine Prostata-Erkrankung?

Ja. Ist die Prostata vergrößert oder entzündet, zeigen sich schnell typische Symptome.
Dazu gehören:

  • Probleme beim Wasserlassen oder Inkontinenz
  • Extremer Harndrang
  • Schmerzen oder Druck in Hoden, Leiste, unterem Rücken, Harnblase oder Damm
  • Blut in Urin oder Sperma
  • Fieber, Schüttelfrost, allgemeines Gefühl der Krankheit und Schwäche
  • Schmerzen während des Stuhlgangs oder Samenergusses
  • Verminderte Libido
  • Erektionsstörungen

Diese Anzeichen weisen recht sicher auf eine veränderte oder erkrankte Vorsteherdrüse hin, können aber auch bei anderen Krankheiten auftreten.

Wann muss eine vergrößerte Prostata operiert werden?

Eine vergrößerte Prostata allein erfordert noch keine Operation. Notwendig wird ein chirurgischer Eingriff erst, wenn die Vergrößerung bereits erhebliche Beschwerden verursacht, durch Medikamente nicht mehr behandelt werden kann oder eine aggressive Krebserkrankung vorliegt.

Erzeugt der Größenzuwachs der Vorsteherdrüse beispielsweise einen immensen Druck auf die Blase oder eine starke Verengung der Harnröhre, sodass der Harn ohne Hilfe nicht mehr abfließen kann, ist eine Operation unumgänglich. Ob und wann diese erfolgen muss, ist jedoch eine individuelle Entscheidung, die von verschiedenen Faktoren abhängt.

Wie lange ist man nach einer Prostata-Operation arbeitsunfähig?

Die erforderliche Erholungsdauer nach einer Prostata-Operation richtet sich nach Schweregrad der Erkrankung und Art des Eingriffs. Im Normalfall benötigt der Körper bereits nach einer einfachen Operation, ohne zusätzliche Bestrahlung, mindestens sechs Wochen, um sich ausreichend zu erholen. Selbst dann ist eine Arbeitsfähigkeit jedoch nur bei leichten beruflichen Tätigkeiten gegeben.

Körperlich anstrengenden Arbeiten kann frühestens 12 Wochen nach der Operation wieder nachgegangen werden.

Aufgrund der individuellen Therapiepläne und den gravierenden Unterschieden in der Heilungsdauer, gibt es nach Prostata-Operationen keine pauschalen Antworten zur Arbeitsfähigkeit. Wann ein betroffener Patient wieder zurück in den Beruf kann, ist also eine individuelle Entscheidung, die vom Arzt und keinesfalls zu früh getroffen werden sollte.

Wie hoch ist das Risiko, nach einer Prostata-OP impotent oder inkontinent zu werden?

Das Risiko für Impotenz und Inkontinenz nach einer Operation an der Prostata richtet sich nach Art und Umfang des notwendigen Eingriffs. Muss die Vorsteherdrüse nur teilweise entfernt werden oder ist eine nervenschonende Operation möglich, sind die Risiken für Harninkontinenz und Erektionsstörungen geringer.

Nach größeren Eingriffen leiden immerhin, je nach Studie und Operationstechnik, 70 bis 80 Prozent an Erektionsstörungen. Lediglich 3 bis 16 Prozent werden inkontinent.

Dank moderner Medikamente und zahlreicher Therapiemöglichkeiten muss es sich in vielen Fällen jedoch nicht um einen unveränderlichen Dauerzustand handeln. Nicht selten legen sich die Probleme einige Monate nach den operativen Eingriffen sogar von selbst. Unterstützende Übungen können die Heilungschance der Nerven zusätzlich verbessern.

Steigt das Krebsrisiko bei vergrößerter Prostata?

Eine gutartige Vergrößerung der Prostata ist mit zunehmendem Alter durchaus keine Seltenheit. Etwa ab dem 75. Lebensjahr tritt sie sogar bei der Mehrzahl der Männer auf. Trotz dieser Häufigkeit ist bisher nicht geklärt, ob die sogenannte benigne Prostatahyperplasie (BPH) zu einem erhöhten Krebsrisiko führt. Allerdings tritt die gutartige Vergrößerung meist an anderen Stellen der Vorsteherdrüse auf als bösartige Veränderungen. Fachleute vermuten daher, dass das Risiko für Krebs nicht durch Vergrößerungen der Prostata erhöht wird.