Prostatakrebs

Prostate Cancer
Das Prostatakarzinom, also Krebs in der Vorsteherdrüse des Mannes, ist eine der häufigsten Krebserkrankungen überhaupt. Zugleich aber ist er auch gut behandelbar, wenn die bösartigen Veränderungen rechtzeitig entdeckt werden.

Da der Krebs in der Prostata anfangs aber nur wenige bis gar keine Symptome oder Beschwerden auslöst, ist er nur schwer früh feststellbar. Meist entsteht er in der peripheren Zone, wo er dann ertastbar ist. Eine frühzeitige Erkennung ist essentiell für die erfolgreiche Behandlung.

Formen des Krebses

Auf dieser Seite:

  1. Risikofaktoren
  2. Symptome
  3. Diagnose
  4. Therapie
  5. Früherkennung

Unter den Formen des Prostatakarzinoms werden vor allem die Arten der Diagnose unterschieden. Das bedeutet also, wann und wie das Krebsgeschwür gefunden wurde.

Inzidentes Prostatakarzinom

Das inzidente Prostatakarzinom wird rein zufällig entdeckt. Beispielsweise im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung oder bei der Diagnose einer gutartigen Vergrößerung. Häufig führen Gewebeproben zur Diagnose des inzidenten Prostatakarzinoms.

Das klinisch manifeste Prostatakarzinom

Hierbei wird der bösartige Tumor durch die rektale Tastuntersuchung, oder kurz DRU genannt, entdeckt. Das bedeutet, dass das Geschwür bereits groß genug ist, um mit einem Finger ertastet zu werden. Die Digitale Rektale Untersuchung ist Hauptbestandteil der jährlichen Prostata-Untersuchung.

Diese sollte jeder Mann, spätestens ab Beginn des 45. Lebensjahres, durchführen lassen. Bei bereits vorhandenen Beschwerden oder Krebserkrankungen in der Familie entsprechend früher.

Das okkulte Prostatakarzinom

Ein ursprünglicher Tumor ist nicht auffindbar. Die Erkrankung wird erst festgestellt, wenn Metastasen – auch als Tochtergeschwulsten bekannte – Tumore im umliegenden Gewebe – gefunden werden.

Das latente Prostatakarzinom

Das latente Prostatakarzinom zeichnet ein langsames Wachstum und völlige Beschwerdefreiheit aus. Es tritt hauptsächlich im fortgeschrittenen Alter auf und wird häufig erst nach dem Tod des Betroffenen diagnostiziert.

Männer, die unter dem latenten Prostatakrebs leiden, bemerken die Erkrankung also nicht und sterben auch nicht an dem Tumor. Es wird vermutet, dass es sich hierbei um eine Art des Krebses handelt, die extrem langsam wächst und dadurch nie zu Problemen führt.

Weitere Informationen zu den verschiedenen Untersuchungsmethoden finden Sie unter dem Menüpunkt Prostata.

Risikofaktoren für Krebs in der Vorsteherdrüse

Krebs kann durch eine Vielzahl von Faktoren begünstigt werden. Das trifft auch auf die Vorsteherdrüse zu. Zu den Risikofaktoren eines Prostatakrebses gehören:

  • Alter
  • Ungesunde Lebensweise
  • Allgemeine Risikofaktoren für Krebs, wie beispielsweise Rauchen, Alkoholmissbrauch, Kontakt zu Chemikalien
  • Genetisch bedingte Veranlagung
  • Strahlenbelastung

Symptome eines Prostatakrebs

Leider gibt es keine Symptome, die unverwechselbar auf ein Prostatakarzinom hindeuten. Die Krebserkrankung verläuft, wie so viele andere auch, schleichend. Dennoch sollten einige Anzeichen ernst genommen werden, auch wenn sie primär auf andere Erkrankungen hinweisen.
Zu ihnen gehören:

  • Probleme beim Wasserlassen
  • Schmerzen in Harnblase, Hoden, Damm, Penis, in der Leistengegend und im Becken
  • Druckgefühl
  • Häufige Entzündungen im Bereich des Beckens
  • Impotenz
  • Inkontinenz
  • Brennendes Gefühl beim Wasserlassen
  • Beimengungen von Blut in Harn und Sperma
  • Samenerguss erfolgt verfrüht, verspätet oder gar nicht
  • Probleme beim Stuhlgang

Auch wenn kein einziges der genannten Symptome auftritt, sollte dennoch regelmäßig eine ärztliche Untersuchung durch einen Urologen stattfinden. Denn auch wenn keine Beschwerden vorliegen, kann sich das Prostata Karzinom bereits unbemerkt ausbreiten.

Diagnose eines Prostatakarzinoms

Die Entdeckung des Prostatakarzinoms kann bei einer Früherkennungsuntersuchung, im Rahmen einer anderen Erkrankung oder durch Beschwerden einer vermeintlich anderen Erkrankung erfolgen.

Hierzu werden die nahezu die gleichen Untersuchungsmethoden angewendet, wie bei dem gutartigen Prostata Syndrom. Tastuntersuchungen, Bluttest, Urinstatus und Ultraschall sind die gebräuchlichsten Formen.

Komplikationen/Spätfolgen

Ein Prostatakarzinom kann in späteren Stadien zu Inkontinenz und Impotenz führen, das gesamte Immunsystem zerstören oder den Tod des Betroffenen bewirken. Letzteres trifft allerdings nur in den seltensten Fällen zu. Viele Männer haben trotz Prostatakrebs eine hohe Lebenserwartung, sterben als mit und nicht durch den Krebs.

Wird der Krebs allerdings nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, kann er sich ausbreiten und Metastasen bilden. Diese können den ganzen Körper befallen.

40336Therapie des Prostatakarzinoms

Die Therapie eines Prostatakarzinoms gestaltet sich individuell. Häufig wird eine Operation notwendig, bei der der Tumor entfernt wird. Im Anschluss erfolgt, je nach Ausbildung des Karzinoms, eine gezielte Strahlentherapie oder eine Behandlung mit Medikamenten.

Diese Maßnahmen können auch bereits vor der Operation erfolgen, um das Wachstum des Prostatakarzinoms zu behindern oder bereits eine Reduzierung des bösartigen Geschwürs zu bewirken.

Die Risiken der Behandlung

Bei vielen Betroffenen zeigen sich Probleme erst, nachdem der Krebs behandelt wurde. Durch eingesetzte Medikamente, Operationen und Bestrahlungen kann es zu Inkontinenz und Impotenz kommen. Oftmals sind diese Symptome und Einschränkungen aber nicht von Dauer, sondern lediglich auf die Zeit der Genesung beschränkt. Unbehandelt sollten sie dennoch nicht bleiben.

Weitere Informationen hierzu erhalten Sie unter dem Menüpunkt Prostata – häufige Fragen.

Behandlung durch Aktives Überwachen (Active Surveillance)

Nicht immer muss ein Prostatakrebs operiert werden. Wenn der Tumor lokal begrenzt ist, nur langsam wächst und keine Beschwerden verursacht, ist Aktive Überwachung oft die richtige Behandlungsstrategie. Vor allem Patienten im fortgeschrittenen Alter (75+), die durch den Krebs nicht sterben werden, profitieren von der Überwachung mehr als von einer (klassischen) Behandlung. Denn eine Bestrahlung oder Operation könnte weitreichendere Folgen für die Gesundheit haben und so zu einer Verminderung der Lebensqualität führen.

In der 2009 vorgestellten S3-Leitlinie legte die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU) folgende Vorgehensweise für Active Surveillance fest:

Für die ersten zwei Jahre Ab dem dritten Jahr
PSA-Bestimmung Alle 3 Monate Alle 6 Monate
Tastuntersuchung (DRU) Alle 3 Monate Alle 6 Monate
Prostata-Biopsie Alle 12 Monate Alle 3 bis 5 Jahre

 

Sollten sich bei den regelmäßigen Kontrolluntersuchungen auffällige Befunde ergeben, so geht der Urologe zur klassischen Behandlung (Operation, Bestrahlung, o.ä.) über.

Früherkennungsuntersuchung

Das wichtigste Werkzeug, um ein Prostata Karzinom möglichst früh zu bemerken, ist die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung. Dieser erfolgt für gewöhnlich ab dem 45. Lebensjahr, sollte aber schon zeitiger begonnen werden, wenn in der direkten Verwandtschaft bereits Fälle eines Prostatakarzinoms vorkamen.

Zusätzlich empfohlene Maßnahmen sind, neben einer ausgewogenen, gesunden Ernährung, wozu auch eine ausreichend hohe Flüssigkeitszufuhr gehört, regelmäßige Bewegung und ausreichend Schlaf. Natürlich gehören auch das Vermeiden von allgemeinen Krebsrisikofaktoren wie Rauchen, Alkohol, Chemikalien und anhaltender Stress dazu.