Prostatitis – Prostataentzündung

Auf dieser Seite:

  1. Ursachen
  2. Symptome
  3. Komplikationen/Spätfolgen
  4. Therapie
  5. Vorbeugung

Die Prostatitis ist eine Prostata-Erkrankung, bei der die Vorsteherdrüse entzündet und meist auch geschwollen ist. Diese Infektion kann lokal begrenzt und akut sein, sich aber auch auf den gesamten Organismus ausweiten oder eine chronische Verlaufsform annehmen. Eine frühzeitige und gezielte Therapie kann derlei Komplikationen verhindern.

Formen einer Prostatitis

Die Entzündung der Vorsteherdrüse kann in verschiedene Formen unterteilt werden. So wird unterschieden in eine bakterielle und eine abakterielle Prostatitis.

Die bakterielle Prostatitis

Egal ob akute oder chronische bakterielle Prostatitis, wie ihr Name vermuten lässt, kommt sie durch Bakterien zustande. Diese dringen in die Prostata ein und lösen hier eine Infektion aus, durch die die Vorsteherdrüse gereizt wird und anschwillt.

Wird die akute Form der Prostata-Entzündung nicht vollständig ausgeheilt, kann sie sich zu der chronischen Verlaufsform entwickeln. Hierbei treten immer wieder Entzündungsschübe auf.

Die abakterielle Prostatitis (Chronisches Schmerzsyndrom des Beckens)

Die abakterielle Prostatitis wird ohne Beteiligung von Bakterien ausgelöst. Eine ständige Reizung des Gewebes zeichnet sich meist verantwortlich für die Entzündung. Es können aber auch chronische Schmerzen und andere Beschwerden vorliegen, ohne dass aktuell eine Entzündungsreaktion im Bereich des Beckens stattfindet. Die Ursachen und Auslöser dieses Schmerzsyndroms sind noch nicht ausreichend erforscht.

Ursachen einer Prostatitis

Für bakterielle und abakterielle Entzündungen der Vorsteherdrüse kann es verschiedene Ursachen geben. Sie können durch Verschleppung einer Harnwegsinfektion, wie beispielsweise einer Blasenentzündung entstehen. Auch das Eindringen von Keimen in die Vorsteherdrüse ist möglich, vor allem, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Darüber hinaus können durch Rückstau des Harns in die Prostatagänge Prostata-Steine entstehen, die eine Entzündung hervorrufen. Ebenso entstehen bei einer Prostata-Vergrößerung oder Fehlbildung andauernde Reizungen, die sich entzünden. Auch unzureichende Hygiene bietet Bakterien die Möglichkeit sich ungestört zu vermehren und eine Entzündung auszubilden. Selbst psychosomatische Ursachen wurden, vor allem bei bei der abakteriellen Prostatitis, ausgemacht.

Symptome einer Prostata-Entzündung

Die Entzündung der Prostata zeichnet sich durch sehr typische Symptome aus. Es gibt allerdings Unterschiede zwischen den verschiedenen Formen der Prostatitis. Grundsätzlich ähnelt sich das Krankheitsbild jedoch stark.

Folgende Anzeichen sind typisch für eine Prostatitis:

  • Schmerzen, schmerzhaftes Ziehen oder Brennen im Becken, in Penis, Hoden und Damm
  • Wasserlassen und Samenerguss sind von Schmerzen begleitet
  • Druck im Beckenbereich
  • Harn und Sperma enthalten Blut
  • Harn-Inkontinenz
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Gesteigerter Harn- und/oder Stuhldrang
  • Nachtröpfeln
  • Erektionsstörungen
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Sexualtrieb ist vermindert

Besondere Symptome bei einer bakteriellen Prostatitis:

  • Fieber und/oder Schüttelfrost, häufig mit einem allgemeinem Krankheits- und Schwächegefühl
  • Eiter im Harn und eitrige Abzesse

Komplikationen/Spätfolgen

Die wohl häufigste Komplikation einer akuten Prostatitis ist die chronische Verlaufsform. Diese ist deutlich schwieriger in der Behandlung und kann sich über Wochen oder sogar Monate erstrecken. Dabei kommt es meist nicht durchgehend zu Beschwerden. Symptome treten hingegen phasenweise, also in Schüben, auf.

Weiterhin kann sich die Infektion auf den gesamten Organismus ausweiten. Dabei gelangen Erreger in den Blutkreislauf. Die Folgen sind Fieber, Schüttelfrost, ein allgemeines Krankheitsgefühl, Schwäche und Schmerzen. Das gesamte Immunsystem wird in seiner Funktion eingeschränkt. Weitere Erreger haben dann leichtes Spiel.

Zudem kann es zu der Bildung von Eiter in Harnblase und Prostata kommen. Diese werden von starken Schmerzen begleitet und erfordern eine umgehende Behandlung.

Zuletzt können auch die Libido und die Erektion unter der Prostatitis leiden. Während ein Nachlassen des sexuellen Verlangens zumeist auf Schmerzen und Schwäche zurückzuführen ist, können Erektionsstörungen durch eine Ausweitung der Entzündung auf umliegendes Nervengewebe hervorgerufen werden.

Viele dieser Komplikationen und schweren Symptome können vermieden werden, wenn die Erkrankung frühzeitig behandelt wird.

Therapie einer Prostata-Entzündung

Die bakterielle Form der Prostatitis wird zumeist mit Antibiotika behandelt. Eine ausreichend lange und abgestimmte Therapie zeigt hier in den meisten Fällen bereits Wirkung – allerdings nur, wenn sie frühzeitig begonnen wird.

Bei den chronischen und abakteriellen Formen gestaltet sich die Therapie etwas schwieriger. Hier ist häufig eine Behandlung allein mit Antibiotika nicht ausreichend. Häufig ist es erforderlich, zunächst das zugrunde liegende Problem zu diagnostizieren. Wird dieses behandelt und in der Folge ausgeheilt, löst das meist auch die Prostatitis an sich.

Der Prostatitis wirksam vorbeugen

Die Prävention einer Prostatitis ist nicht einfach – vor allem, wenn Krankheiten zu den Auslösern zählen. Gänzlich unmöglich ist es dennoch nicht, einige vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehört, mögliche andere Krankheiten zeitig und umfassend behandeln zu lassen und auch konsequent bis zum Ende durchzuführen.

Ein gesundes Immunsystem, das mit regelmäßiger Bewegung, ausgewogener Ernährung und ausreichend Zeit für Erholung gestärkt wird, bietet jeglicher Art von Entzündung weniger Angriffsfläche.

Wer auf Hygiene achtet, beim Geschlechtsverkehr außerhalb fester Partnerschaften entsprechende Schutzmaßnahmen ergreift, viel trinkt, um Erreger aus Harnblase und Harnleiter auszuspülen, und den Beckenbereich warm hält, hat schon viel getan, um das Risiko einer schmerzhaften Prostatitis möglichst gering zu halten. Auch das Vermeiden von Überbelastungen des Beckenbereichs, beispielsweise durch Sportarten wie Reiten oder extensives Radfahren, kann vorbeugend wirken.